Pressemitteilung

Breite Allianz fordert sauberes Wasser für eine gesunde Schweiz

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am
20.2.26
In Kürze

Mehrere politische Vorstöße zielen derzeit darauf ab, den Gewässerschutz in der Schweiz zu untergraben. Sie richten sich direkt gegen die Qualität unseres Trinkwassers, die in unserem Land eigentlich selbstverständlich sein sollte. Eine breite Allianz der Zivilgesellschaft ruft den Bundesrat und das Parlament dazu auf, einen strengen Schutz unseres Trinkwassers und unserer Gewässer zu fordern.

In der Schweiz ist Trinkwasser eine Selbstverständlichkeit. Diese Gewissheit gerät jedoch ins Wanken: Pestizide und Chemikalien wie PFAS verschmutzen unsere Gewässer und gefährden unsere Gesundheit und die Natur.

Trinkwasser muss gesund bleiben

Im Mittelland trinken eine Million Menschen mit Pestiziden (insbesondere Chlorothalonil-Rückständen) belastetes Trinkwasser. Die Fische aus dem Zugersee dürfen aufgrund ihres hohen PFAS-Gehalts nicht mehr vermarktet werden. In vielen Trinkwasserfassungen muss das Wasser verdünnt werden, da es aufgrund seiner hohen Nitratkonzentration für den Konsum ungeeignet ist.

Anstatt gegen diese äusserst besorgniserregenden Entwicklungen vorzugehen, um unser wertvollstes Lebensmittel zu schützen, versuchen neue parlamentarische Vorstösse immer wieder, den Gewässerschutz in der Schweiz zu lockern. Eine breite Allianz von Organisationen der Zivilgesellschaft hat einen Appell für sauberes Trinkwasser lanciert. Damit können die Schweizerinnen und Schweizer ein klares Signal an den Bundesrat und das Parlament senden: Unser Trinkwasser muss gesund bleiben. Über 15'000 Personen haben den Aufruf bereits unterzeichnet.

Gefährliche Schadstoffe für Mensch und Natur

Schadstoffe wie Pestizide, Nitrate und PFAS gelangen auf verschiedene Weise ins Wasser. Diese Substanzen bauen sich nur langsam ab und können sich im Laufe der Zeit in Gewässern und in unserem Körper anreichern. Studien zeigen, dass Pestizide hormonelle Prozesse stören können. Mit schwerwiegenden Folgen: Fortpflanzungsstörungen, erhöhtes Risiko für hormonabhängige Tumore, darunter bestimmte Krebsarten wie Brust-, Eierstock-, Prostata- oder Hodenkrebs. Auch die Natur leidet darunter. Schadstoffe schädigen Pilze, Fische oder Insekten sowie deren Larven. Sie stören wichtige ökologische Prozesse wie den Nährstoffkreislauf oder die Wasserreinigung. Da der Wasserhaushalt und der Nährstoffkreislauf die verschiedenen Ökosysteme miteinander verbinden, kommt es zu Kettenreaktionen, die wertvolle Naturräume wie Auen und Flachmoore beeinträchtigen.

Eine lange Liste gefährlicher politischer Interventionen

Der Schutz der Schweizer Gewässer ist derzeit vielfältigen Angriffen ausgesetzt. Die unten aufgeführten Punkte könnten den Schutz unseres Trinkwassers nachhaltig beeinträchtigen:

  • Die parlamentarische Initiative Bregy (Geschäft 22.441) zielt auf eine automatische Übernahme der Pestizidzulassungen der EU ab. Die Wirtschaftskommission des Ständerats hat Anfang dieser Woche beschlossen, deren Annahme vorzuschlagen.
  • Die Motion Riem (Geschäft 25.3186) will das Gewässerschutzmonitoring lockern.
  • Der Antrag Müller (Antrag 24.4589) will die Kontrolle der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln und Pestiziden schwächen. Das Thema steht auf der Tagesordnung der Frühjahrssession.
  • Vernehmlassung zur Teilrevision der Gewässerschutzverordnung: Der Text sieht keine Grenzwerte für drei besonders giftige Stoffe (darunter Deltamethrin) vor. Die Vernehmlassungsfrist läuft bis zum 12. März.
  • Vernehmlassung zur Änderung des Gewässerschutzgesetzes: Der seit 1998 geforderte Schutz des Einzugsgebiets einer Grundwasserentnahme wird erneut aufgeschoben. Die Vernehmlassungsfrist läuft bis zum 12. März.

Um die gezielte Schwächung des Gewässerschutzes in der Schweiz zu stoppen, braucht es ein starkes Signal der Bevölkerung.

Weitere Informationen:

Kontakte:

Unterstützende Organisationen:

  • Aqua Viva
  • Arbeitsgemeinschaft Wasserwerke Bodensee-Rhein
  • Vereinigung der Kleinbauern
  • BirdLife Schweiz
  • Westschweizer Konsumentenverband
  • Schweizerischer Fischerei-Verband
  • Stiftung FUTURE3
  • Ärzte für die Umwelt
  • Pro Natura
  • Stiftung für Konsumentenschutz
  • WWF Schweiz

Weitere Informationen

Gemeinsame Medienmitteilung von Aqua Viva, Arbeitsgemeinschaft Wasserwerke Bodensee-Rhein, Kleinbauernverband, BirdLife Schweiz, Fédération romande des consommateurs, Schweizerischer Fischerei-Verband, Stiftung FUTURE3, Ärzte für Umweltschutz, Pro Natura, Stiftung für Konsumentenschutz, WWF Schweiz

Quellen
FAQ

Mehr erfahren

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