
Mehrere politische Vorstöße zielen derzeit darauf ab, den Gewässerschutz in der Schweiz zu untergraben. Sie richten sich direkt gegen die Qualität unseres Trinkwassers, die in unserem Land eigentlich selbstverständlich sein sollte. Eine breite Allianz der Zivilgesellschaft ruft den Bundesrat und das Parlament dazu auf, einen strengen Schutz unseres Trinkwassers und unserer Gewässer zu fordern.
In der Schweiz ist Trinkwasser eine Selbstverständlichkeit. Diese Gewissheit gerät jedoch ins Wanken: Pestizide und Chemikalien wie PFAS verschmutzen unsere Gewässer und gefährden unsere Gesundheit und die Natur.
Im Mittelland trinken eine Million Menschen mit Pestiziden (insbesondere Chlorothalonil-Rückständen) belastetes Trinkwasser. Die Fische aus dem Zugersee dürfen aufgrund ihres hohen PFAS-Gehalts nicht mehr vermarktet werden. In vielen Trinkwasserfassungen muss das Wasser verdünnt werden, da es aufgrund seiner hohen Nitratkonzentration für den Konsum ungeeignet ist.
Anstatt gegen diese äusserst besorgniserregenden Entwicklungen vorzugehen, um unser wertvollstes Lebensmittel zu schützen, versuchen neue parlamentarische Vorstösse immer wieder, den Gewässerschutz in der Schweiz zu lockern. Eine breite Allianz von Organisationen der Zivilgesellschaft hat einen Appell für sauberes Trinkwasser lanciert. Damit können die Schweizerinnen und Schweizer ein klares Signal an den Bundesrat und das Parlament senden: Unser Trinkwasser muss gesund bleiben. Über 15'000 Personen haben den Aufruf bereits unterzeichnet.
Schadstoffe wie Pestizide, Nitrate und PFAS gelangen auf verschiedene Weise ins Wasser. Diese Substanzen bauen sich nur langsam ab und können sich im Laufe der Zeit in Gewässern und in unserem Körper anreichern. Studien zeigen, dass Pestizide hormonelle Prozesse stören können. Mit schwerwiegenden Folgen: Fortpflanzungsstörungen, erhöhtes Risiko für hormonabhängige Tumore, darunter bestimmte Krebsarten wie Brust-, Eierstock-, Prostata- oder Hodenkrebs. Auch die Natur leidet darunter. Schadstoffe schädigen Pilze, Fische oder Insekten sowie deren Larven. Sie stören wichtige ökologische Prozesse wie den Nährstoffkreislauf oder die Wasserreinigung. Da der Wasserhaushalt und der Nährstoffkreislauf die verschiedenen Ökosysteme miteinander verbinden, kommt es zu Kettenreaktionen, die wertvolle Naturräume wie Auen und Flachmoore beeinträchtigen.
Der Schutz der Schweizer Gewässer ist derzeit vielfältigen Angriffen ausgesetzt. Die unten aufgeführten Punkte könnten den Schutz unseres Trinkwassers nachhaltig beeinträchtigen:
Um die gezielte Schwächung des Gewässerschutzes in der Schweiz zu stoppen, braucht es ein starkes Signal der Bevölkerung.
Gemeinsame Medienmitteilung von Aqua Viva, Arbeitsgemeinschaft Wasserwerke Bodensee-Rhein, Kleinbauernverband, BirdLife Schweiz, Fédération romande des consommateurs, Schweizerischer Fischerei-Verband, Stiftung FUTURE3, Ärzte für Umweltschutz, Pro Natura, Stiftung für Konsumentenschutz, WWF Schweiz